Was passiert, wenn Geschichte gezielt umgedeutet wird? Wenn Erinnerung zum politischen Kampfmittel und der Nationalsozialismus zum Gegenstand systematischer Relativierung wird? Der Vortrag von Berit Kö zeigt, dass es sich dabei nicht um einzelne „Ausrutscher“, sondern um eine wiederkehrende geschichtsrevisionistische Strategie handelt.
Typische Forderungen sind die Formulierung nach einem "Schlussstrich", die Diffamierung der Erinnerungskultur als „Schande“, sowie rhetorische Gleichsetzungen, die NS-Verbrechen verharmlosen. Anhand prägnanter Beispiele wird sichtbar, wie solche Narrative wirken, wobei Erinnerung, Umdeutung und Verharmlosung ineinandergreifen. Die Referentin ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Geschichte statt Mythen“ an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.