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Die "Auschwitz-Lüge"

Dies ist ein Text in leicht verständlicher Sprache.

Manche Menschen behaupten, der Holocaust habe nicht stattgefunden. Sie leugnen die Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nazis. Dieser Artikel zeigt, wie Leugner vorgehen und warum ihre Behauptungen falsch sind.

Achtung: Schilderungen von Gewalt und Tod.

Im Februar oder März 1945, kurz nach der Befreiung des Lagers, fotografierte Stanislaw Mucha das Torhaus von Auschwitz-Birkenau.
Stanislaw Mucha fotografierte das Torhaus von Auschwitz-Birkenau im Februar oder März 1945, kurz nach der Befreiung des Lagers. ©Wikimedia Commons, aufgerufen am 20.10.2025

Wie die Nazis ihre Spuren verwischen wollten

Schon während der Verbrechen:

  • Die Nazis sagten den Opfern, sie würden nur "umgesiedelt"
  • Sie vermieden belastende Dokumente
  • Sie nutzten Tarnbegriffe wie "Sonderbehandlung"

Kurz vor Kriegsende:

  • Sie trieben Häftlinge in Todesmärschen durch das Land
  • Sie sprengten Mordstätten
  • Sie verbrannten Leichen und Dokumente
  • Sie gruben Massengräber aus

Trotzdem blieben viele Beweise:

  • Aussagen von Überlebenden, Tätern und Anwohnern
  • Täterdokumente
  • Baupläne der Gaskammern
  • Fotografien
  • Geraubte Gegenstände
  • 7.000 Kilogramm Haare allein in Auschwitz

Wie Holocaust-Leugnung entstand

  • Rechtsextreme in Frankreich, Deutschland und den USA behaupteten nach dem Krieg, es habe keine Massenvernichtung gegeben
  • Ab den 1970er Jahren verbreiten sich Bücher wie "Die Auschwitzlüge" 
  • Ab den 1980er Jahren entstehen Gutachten von angeblichen "Experten"

Holocaust-Leugnung heute

  • Heute ist Holocaust-Leugnung in Deutschland strafbar
  • In sozialen Medien wird verschlüsselt kommuniziert
  • Memes, Emojis und Anspielungen umgehen die Strafverfolgung
Dieses Meme zeigt eine Szene aus der bekannten Mafia-Serie The Sopranos. Einer der Figuren fragt seinen nicht sichtbaren Boss Tony (Tone), wie das Gas in einer Gaskammer habe bleiben können, wenn deren Türen aus Holz und damit angeblich nicht luftdicht gewesen seien. Tatsächlich zeigt das Foto eine Tür im Keller des Krematoriums I im Stammlager Auschwitz, die 1944 beim Umbau zu einem Luftschutzbunker eingebaut wurde. Die Türen der Gaskammern in den Krematorien II–V waren hingegen mit Stahlbeschlägen verstärkt, mit Gummidichtungen versehen und somit luftdicht.
Dieses Meme aus der Serie "The Sopranos" wird zur Holocaust-Leugnung missbraucht. Eine Figur fragt, wie Gas in Gaskammern bleiben konnte, wenn die Türen aus Holz waren. Das Foto zeigt jedoch eine Holztür, die 1944 beim Umbau zu einem Luftschutzbunker eingebaut wurde - keine echte Gaskammer-Tür. Die tatsächlichen Gaskammer-Türen in den Krematorien II bis V hatten Stahlbeschläge und Gummidichtungen und waren luftdicht. Das Meme zeigt absichtlich die falsche Tür, um Menschen zu verwirren. ©https://it.memedroid.com/memes/detail/2765791/dongs-in-a-door, abgerufen am 20.10.2025.

Die wichtigsten Lügen der Leugner

Lüge 1: "Es gab keine Gaskammern"

Die Behauptungen:

  • Auf frühen Bauplänen seien keine Gaskammern zu sehen
  • Luftaufnahmen zeigten keine Lüftungsschächte
  • Die Türen seien nicht luftdicht gewesen

Die Wahrheit:

  • Erste Vergasungen fanden im Keller von Block 11 statt
  • Später wurden Krematorien mit Gaskammern gebaut
  • Baupläne dokumentieren Lüftungsschächte und gasdichte Türen
  • Dokumente belegen Bestellungen für Türen mit Gummidichtungen und Doppelglas-Gucklöchern
  • Die Gucklöcher waren mit Metall geschützt, damit Opfer sie nicht einschlagen konnten

Lüge 2: "Die Gaskammern waren zu klein"

Die Behauptungen:

  • Die technischen Abläufe seien unmöglich gewesen
  • Es hätte nicht genug Zeit gegeben

Die Wahrheit:

  • In Auschwitz-Birkenau gab es mehrere große Gaskammern
  • Die Krematorien II und III hatten unterirdische Gaskammern
  • Die Krematorien IV und V hatten ebenerdige "Badeanstalten"
  • Alle waren für Massenmord konzipiert
 Ein Schreiben vom 31. März 1943 erinnert die Deutschen Ausrüstungswerke an eine Bestellung vom 6. März 1943 über eine Tür für das Krematorium III im Maß von 192cm mal 100cm. Das von SS-Sturmbannführer Karl Bischoff unterzeichnete Dokument verlangt ausdrücklich, dass die Tür mit einem Guckloch aus 8 mm starkem Doppelglas, Gummidichtungen und einem passenden Beschlag versehen sein soll.
Ein Brief vom 31. März 1943 erinnert eine Firma an eine Bestellung. Bestellt wurde eine Tür für das Krematorium III in Auschwitz. Die Tür sollte 192 cm hoch und 100 cm breit sein. Ein SS-Offizier namens Karl Bischoff unterschrieb den Brief. In dem Brief steht genau, wie die Tür gebaut werden soll: mit einem Guckloch aus dickem Doppelglas (8 mm), mit Gummidichtungen und mit Metallbeschlägen. Diese Details beweisen: Die Tür sollte luftdicht sein. ©Jean-Luc Pressac: AUSCHWITZ: Technique and Operation of the Gas Chambers. New York 1989, S. 436.

Lüge 3: "Zyklon B kann dort nicht funktioniert haben"

Die Behauptungen der Leugner:

  • Zu wenig Cyanid-Rückstände in den Gaskammern
  • Entlausungskammern haben viel höhere Rückstände
  • Die Räume waren zu kalt für Zyklon B
  • Das Gas konnte nicht wirken

Die Wahrheit:

  • Menschen sterben bei viel geringeren Dosen als Insekten
  • Für Menschen wurde schwächeres Zyklon B verwendet
  • Für Entlausung wurde stärkeres Zyklon B verwendet
  • Deshalb sind die Rückstände unterschiedlich hoch
  • Die Gaskammern hatten Heizung und Belüftung
  • Die notwendige Temperatur wurde erreicht

Lüge 4: "Die Krematorien hätten nicht so viele Leichen verbrennen können"

Die Behauptung:

  • Es hätte nicht genug Koks gegeben
  • Die Kapazität sei zu gering gewesen

Die Wahrheit:

  • Pro Leichnam waren nur 3,5 kg Koks nötig (nicht 30 kg)
  • Die Öfen hielten die Temperatur durch Fettverbrennung
  • Ein Dokument vom 25. Juni 1943 bestätigt: 4.756 Leichen pro Tag möglich
  • Im Frühjahr 1944 wurden bis zu 10.000 Menschen täglich ermordet
  • Bei Überlastung wurden zusätzliche Verbrennungsgruben ausgehoben

Lüge 5: "Die Deportierten wurden nur woanders hingebracht"

Die Behauptung:

  • Die Menschen seien nur umgesiedelt worden
  • Sie seien nicht ermordet worden

Die Wahrheit:

  • Wohin hätten Millionen Menschen verschwinden sollen?
  • Das Höfle-Telegramm vom 11. Januar 1943 nennt konkrete Zahlen:
    • Lublin/Majdanek: 24.733 Ermordete
    • Belzec: 434.508 Ermordete
    • Sobibor: 101.370 Ermordete
    • Treblinka: vermutlich 713.555 Ermordete
    • Gesamt bis Ende 1942: 1.274.166 Ermordete
  • Diese Zahlen decken sich mit dem Korherr-Bericht der SS
  • Baupläne, Lieferscheine, Zeugenaussagen belegen die Vernichtung

Lüge 6: "Die Opferzahlen sind übertrieben"

Die Behauptungen:

  • Das Rote Kreuz habe nur 300.000 Opfer bestätigt
  • Die registrierten Häftlingsnummern seien viel niedriger

Die Wahrheit:

  • Das Rote Kreuz hat sich 1965 ausdrücklich von dieser Falschbehauptung distanziert
  • Viele Opfer wurden nie registriert oder tätowiert
  • An der Rampe Selektierte wurden sofort ermordet
  • Das Totenbuch verzeichnete nur "Reichsdeutsche"
  • Frühe Schätzungen waren teilweise ungenau
  • Heute geht die Forschung von rund sechs Millionen ermordeten Juden aus
  • Besonders in der Sowjetunion sind Zahlen schwer zu erfassen
Das sogenannten Höfle-Telegram ist ein am 11. Januar 1943 vom britischen Abhördienst entzifferter Funkspruch des Sturmbannführer Herman Höfle an den stellvertretenden Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Krakau, Fritz Heim. Er beziffert die bis dahin in den Lagern der Aktion Reinhard vernichteten Juden und Jüdinnen, insgesamt 1.274.166. Die für Treblinka (T) angegebene Zahl von 71.355 ist wahrscheinlich ein Tipp- oder Decodierungsfehler und müsste 713.555 lauten.
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Das sogenannten Höfle-Telegram ist ein am 11. Januar 1943 vom britischen Abhördienst entzifferter Funkspruch des Sturmbannführer Herman Höfle an den stellvertretenden Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Krakau, Fritz Heim. Er beziffert die bis zum 31.12.1942 in den Lagern der Aktion Reinhard vernichteten Juden und Jüdinnen auf insgesamt 1.274.166. Für Lublin/ Majdanek (L) meldete er 24.733, für Belzec (B) 434.508 und für Sobibor (S) 101.370. Die für Treblinka (T) angegebene Zahl von 71.355 ist wahrscheinlich ein Tipp- oder Decodierungsfehler und müsste 713.555 lauten. ©Wikimedia Commons, aufgerufen am 16.10.2025.
Die Zahlen des Höfle-Telegrams decken sich mit denen des sogenannten Koherrberichts über „Die Endlösung der europäischen Judenfrage“, benannt nach dem Leiter des Statistikamts der SS Richard Korherr. (Faksimile).
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Die Zahlen des Höfle-Telegrams decken sich mit denen des sogenannten Koherrberichts, benannt nach dem Leiter des Statistikamts der SS Richard Korherr. Auch darin wird die Gesamtzahl der aus dem "Generalgouvernement" stammenden, ermordeten Jüdinnen und Juden mit 1.274.166 angegeben. (Faksimile). ©https://www.ns-archiv.de/verfolgung/korherr/faksimile-lang/index.php?img=9#thumbs, aufgerufen am 16.10.2025

Lüge 7: "Hitler wusste nichts davon"

Die Behauptung:

  • Hitler habe bis 1943 nichts vom Holocaust gewusst
  • Es gebe keinen schriftlichen "Führer-Befehl"

Die Wahrheit:

  • Hitler gab Befehle meist mündlich
  • Sein Antisemitismus ist in unzähligen Aussagen belegt
  • Am 17./18. April 1943 sagte Hitler vor dem ungarischen Reichsverweser:
    • "In Polen habe man gründlich aufgeräumt"
    • "Wenn die Juden dort nicht arbeiten wollten, würden sie erschossen"
  • Hitler billigte den Massenmord oder ordnete ihn an

Wo Holocaust-Leugnung heute vorkommt

In Neonazi-Kreisen:

  • Die alten "Gutachten" werden weiter verbreitet
  • Zeugenaussagen werden angezweifelt
  • Beweise werden als Fälschungen bezeichnet

In der AfD:

  • Offener Geschichtsrevisionismus nimmt zu
  • Man spricht von einem "Schuldkult"
  • Björn Höcke nennt § 130 StGB einen "Maulkorbparagrafen"
  • Man fordert die Abschaffung - das würde Holocaust-Leugnung legalisieren

In sozialen Medien:

  • Verschlüsselte Botschaften
  • Codes und Anspielungen
  • Memes statt offener Aussagen

Warum Holocaust-Leugnung gefährlich ist

Sie beleidigt die Opfer:

  • Sechs Millionen Ermordete werden verhöhnt
  • Überlebende werden als Lügner dargestellt

Sie verfälscht Geschichte:

  • Fakten werden durch Lügen ersetzt
  • Pseudowissenschaft ersetzt echte Forschung

Sie dient politischen Zielen:

  • Nazi-Ideologie soll rehabilitiert werden
  • Juden werden als "Betrüger" dargestellt
  • Antisemitismus wird geschürt

Sie ist strafbar:

  • In Deutschland seit 1994 Volksverhetzung
  • Strafen bis zu fünf Jahren Haft

Zusammenfassung

Holocaust-Leugner behaupten:

  • Es habe keine Gaskammern gegeben
  • Die technischen Abläufe seien unmöglich gewesen
  • Die Opferzahlen seien übertrieben
  • Hitler habe nichts gewusst

Die Wahrheit ist:

  • Die Beweislage ist überwältigend
  • Dokumente, Zeugen und forensische Beweise belegen alles
  • Sechs Millionen Juden wurden systematisch ermordet
  • Die Nazis versuchten, ihre Spuren zu verwischen
  • Trotzdem blieben unzählige Beweise erhalten

Holocaust-Leugnung ist:

  • Wissenschaftlich unhaltbar
  • Beleidigend für die Opfer
  • In Deutschland strafbar
  • Ein Werkzeug von Rechtsextremen
  • Gefährlich für die Demokratie

Die Geschichte des Holocaust ist wissenschaftlich eindeutig belegt. Leugnung dient nur dazu, Nazi-Ideologie zu rehabilitieren.

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