Einfache Sprache Kontakt Impressum Datenschutz Spenden

Die Lüge von der "jüdischen Kriegserklärung"

Dies ist ein Text in leicht verständlicher Sprache

Eine sehr alte Lüge stammt aus dem Jahr 1933. Sie lautet:
„Die Jüdinnen und Juden haben Deutschland den Krieg erklärt.“
Das stimmt nicht.

Der "Beweis" für die angebliche "jüdische Kriegserklärung" gegen Deutschland aus der Boulevard-Zeitung "Daily Express" vom 24. März 1933. Im Artikel selbst wird vom internationalen Boykott gegen Nazi-Deutschland berichtet - von einem Krieg ist keine Rede.
Die britische Zeitung "Daily Telegraph" berichtete 1933 über den Aufruf, deutsche Waren nicht mehr zu kaufen. Das war eine Reaktion auf die judenfeindliche Politik der Nazis. Eine angebliche Kriegserklärung geht daraus jedoch nicht hervor. ©Screenshot, archive.org, aufgerufen am 08.10.2024

Der Zeitungsartikel von 1933

Rechtsextreme zeigen oft einen Zeitungsartikel aus England.
Die Zeitung hieß Daily Express.

Die Überschrift lautete:
„Judea declares War on Germany“

Das heißt auf Deutsch:
„Judäa erklärt Deutschland den Krieg“

Aber:
Im Text steht nichts über Krieg.

Es ging nur um einen Boykott:
Viele Menschen wollten keine Geschäfte mit Nazi-Deutschland machen.
Sie protestierten gegen die Verfolgung von Jüdinnen und Juden.

Die Nationalsozialisten nutzten diese Überschrift:
Sie sagten:
„Jetzt dürfen wir jüdische Geschäfte boykottieren.“

Das war Propaganda.

Chaim Weizmann, damaliger Vorsitzender der zionistischen Weltorganisation und späterer Präsident des Israelischen Staates. Der offene Brief an Chamberlain wurde von der NS-Propaganda notdürftig als "jüdisch Kriegserklärung" gegen Deutschland umgedichtet. Die NS-Propaganda imaginierte Weizmann als Repräsentant des "Weltjudentums".
Chaim Weizmann war Vorsitzender der zionistischen Weltorganisation. Diese setzte sich für einen eigenen Statt für die Juden und Jüdinnen ein. ©Wikimedia Commons, aufgerufen am 08.10.2024

Der Brief von Chaim Weizmann

Ein weiterer „Beweis“ soll ein Brief aus dem Jahr 1939 sein.

Der Brief stammt von Chaim Weizmann.
Er war ein jüdischer Politiker.

Er schrieb an den britischen Premierminister.

In dem Brief sagte er:
Jüdinnen und Juden unterstützen Großbritannien im Kampf gegen Hitler.

Das war keine Kriegserklärung.
Es war eine Solidaritäts-Erklärung.

Warum nutzten die Nazis diesen Brief?

Die Nationalsozialisten behaupteten:
Chaim Weizmann spreche für alle Jüdinnen und Juden weltweit.

Das war nicht wahr.

Er sprach nur für einen kleinen Teil.

Die Nazis sagten trotzdem:
„Das Weltjudentum führt Krieg gegen Deutschland.“

So wollten sie:

  • Hass schüren

  • ihre Gewalt rechtfertigen

Zwei Tage nach dem Brief griff Deutschland Polen an.
Der Krieg begann durch Deutschland.

Weitere Propaganda-Lügen

Die Nazis erfanden noch mehr Geschichten.

Zum Beispiel:

  • Jüdinnen und Juden wollten alle Deutschen vernichten.

  • Die Alliierten hätten einen geheimen Plan gegen Deutschland.

Diese Geschichten waren erfunden oder verdreht.

Das Buch „Germany must perish“

1941 schrieb ein Mann in den USA ein Buch.
Der Titel heißt:
„Germany must perish“
(„Deutschland muss untergehen“)

Der Mann war kein Politiker.
Niemand nahm ihn ernst.

Die Nazis taten aber so, als sei das ein offizieller Plan.
Sie nannten es den „Kaufman-Plan“.

Das war eine Lüge.

Der Morgenthau-Plan

Auch der sogenannte Morgenthau-Plan wird oft falsch benutzt.

Ein amerikanischer Politiker hatte eine Idee:
Deutschland sollte nach dem Krieg kein Militär und keine Industrie mehr haben.

Diese Idee wurde sofort abgelehnt.
Sie wurde nie umgesetzt.

Trotzdem sagten die Nazis:
„Die Jüdinnen und Juden wollen Deutschland zerstören.“

Auch das war Propaganda.

Warum gibt es diese Lügen bis heute?

Diese Lügen haben ein Ziel:

  • Die Schuld Deutschlands soll kleiner wirken.

  • Die Verbrechen der Nazis sollen entschuldigt werden.

  • Juden sollen als Feinde dargestellt werden.

Das nennt man:
Antisemitismus und Geschichtsverfälschung.

Das Wichtigste zum Schluss

  • Deutschland begann den Zweiten Weltkrieg.

  • Jüdinnen und Juden erklärten Deutschland keinen Krieg.

  • Die „Beweise“ sind Lügen oder Verdrehungen.

  • Diese Geschichten stammen aus der Nazi-Propaganda.

  • Sie werden heute noch von Rechtsextremen benutzt.

So wollen Rechtsextreme die Geschichte verdrehen und Hilter und die Nazis entlasten. 

var _paq = window._paq = window._paq || []; /* tracker methods like "setCustomDimension" should be called before "trackPageView" */ _paq.push(['trackPageView']); _paq.push(['enableLinkTracking']); (function() { var u="https://matomo.buchenwald.de/"; _paq.push(['setTrackerUrl', u+'matomo.php']); _paq.push(['setSiteId', '25']); var d=document, g=d.createElement('script'), s=d.getElementsByTagName('script')[0]; g.async=true; g.src=u+'matomo.js'; s.parentNode.insertBefore(g,s); })();