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Was sind Reichsbürger?

Dies ist ein Text in leicht verständlicher Sprache

Reichsbürger wurden lange nicht ernst genommen. Viele dachten, sie seien harmlos. Doch spätestens seit es Gewalt gegen die Polizei gab, sehen viele sie als Gefahr für die Demokratie. Reichsbürger denken, dass das Deutsche Reich noch existiert und die Bundesrepublik Deutschland (BRD) nicht echt ist. Sie benutzen eigene Ausweise und eigene Gesetze. Doch warum glauben Menschen an diese Ideen?

Demonstration der 25 + 1 Bundesstaaten im August 2023 in Magdeburg. Unter dem Banner des Deutschen Reiches versammeln sich Anhänger:innen verschiedener Fürstentümer, Königreiche und Reichsländer – von Preußen bis Elsass-Lothringen.
Demonstration der 25 + 1 Bundesstaaten im August 2023 in Magdeburg. Unter dem Banner des Deutschen Reiches versammeln sich Anhänger:innen verschiedener Fürstentümer, Königreiche und Reichsländer – von Preußen bis Elsass-Lothringen. ©Screenshot, Telegram, aufgenommen am 28.02.2025

Wer sind Reichsbürger?

In Deutschland gibt es etwa 25.000 Reichsbürger.

Viele von ihnen sind:

  • Männer

  • zwischen 40 und 50 Jahre alt

Oft kommen sie zur Szene, weil sie Probleme haben:

  • Jobverlust

  • Schulden

  • Ärger mit Behörden

Während der Corona-Zeit wurden es mehr.
Viele fühlten sich vom Staat ungerecht behandelt.
In sozialen Netzwerken wie Telegram fanden sie Bestätigung.

Was glauben Reichsbürger:innen?

Reichsbürger:innen sagen:

  • Die BRD ist kein richtiger Staat.

  • Deutschland wird noch immer von fremden Mächten kontrolliert.

  • Das „Deutsche Reich“ existiert weiter.

Das ist falsch.

Deutschland ist ein souveräner Staat mit eigener Regierung und eigenen Gesetzen.

Welches „Reich“ meinen sie?

Früher bezogen sich manche Reichsbürger:innen auf Nazi-Deutschland.
Heute beziehen sich viele auf das Deutsche Kaiserreich von 1871.

Sie finden:

  • klare Machtverhältnisse gut

  • starke Führung besser als Demokratie

Manche hoffen sogar, dass ein Kaiser oder König zurückkommt.

Wolfgang Ebel in einer Dokumentation aus dem Jahr 2003 vor dem Deutschen Bundestag. Ebel gilt als erster Reichsbürger, der zahlreiche andere Abspaltungen und Gruppierungen wie das Königreich Deutschland, die Gruppe Reuß und weitere inspiriert haben dürfte.
Wolfgang Ebel in einer Dokumentation aus dem Jahr 2003 vor dem Deutschen Bundestag. Ebel gilt als erster Reichsbürger, der zahlreiche andere Abspaltungen und Gruppierungen wie das "Königreich Deutschland", die "Gruppe Reuß" und weitere inspiriert haben dürfte. ©Screenshot, https://www.youtube.com/watch?v=WTXx47bZccM, aufgerufen am 28.02.2025

Der erste Reichsbürger

Als erster Reichsbürger gilt Wolfgang Ebel.

Er behauptete in den 1980er Jahren:

  • Er sei Vertreter des „Deutschen Reiches“.

  • Die Bundesregierung habe keine Macht.

Er erfand:

  • Ausweise

  • Behörden

  • Gesetze

Diese Dinge waren nicht echt.
Trotzdem verkaufte er sie an andere Menschen.

Falsche Gesetze und Ausweise

Reichsbürger:innen benutzen oft:

  • alte Gesetze

  • erfundene Dokumente

Zum Beispiel:

  • den sogenannten „gelben Schein“

  • alte Regeln aus der Kaiserzeit

Sie werfen ihren Personalausweis weg, um zu zeigen:
„Ich gehöre nicht zur BRD.“

Das hat keine rechtliche Wirkung.

Die Lüge von der „BRD-GmbH“

Viele Reichsbürger:innen glauben:

  • Die BRD sei nur eine Firma.

  • Sie heiße angeblich „BRD-GmbH“.

Das ist eine Verschwörungstheorie.

Der Staat funktioniert zwar auch mit Steuern und Verwaltung.
Aber er ist keine Firma.

Verschwörungstheorien wie QAnon

Viele Reichsbürger:innen glauben auch an andere Verschwörungen.

Zum Beispiel:

  • eine geheime Weltregierung

  • einen „tiefen Staat“ im Hintergrund

Diese Ideen sind oft:

  • antisemitisch

  • angstmachend

  • frei erfunden

Warum sind Reichsbürger:innen gefährlich?

Einige Reichsbürger:innen:

  • erkennen Polizei und Gerichte nicht an

  • bedrohen oder verletzen Beamte

2016 erschoss ein Reichsbürger einen Polizisten.

Reichsbürger:innen:

  • verbreiten Lügen

  • greifen die Demokratie an

  • lehnen Gesetze ab

Reichsbürger:innen und Politik

Einzelne Politiker:innen greifen Ideen der Reichsbürger:innen auf.
Vor allem aus dem Umfeld der AfD.

Dabei geht es oft darum:

  • den Staat schlechtzureden

  • Demokratie infrage zu stellen

  • autoritäre Systeme positiv darzustellen

Das Wichtigste zum Schluss

  • Die BRD ist ein echter, demokratischer Staat.

  • Das „Deutsche Reich“ existiert nicht mehr.

  • Reichsbürger:innen glauben an Lügen und Verschwörungen.

  • Ihre Ideologie ist gefährlich für Demokratie und Zusammenhalt.

Wenn Menschen sich von der gemeinsamen Realität verabschieden,
gerät das Zusammenleben in Gefahr.

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