Was waren die Rheinwiesenlager?
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen die Alliierten sehr viele deutsche Soldaten gefangen.
Es waren mehrere Millionen Menschen.
Die amerikanische Armee richtete deshalb ab Frühjahr 1945 Lager westlich des Rheins ein.
Diese Lager nennt man Rheinwiesenlager.
Woher kommt der Mythos?
Der Mythos stammt aus einem Buch von James Bacque aus dem Jahr 1989.
Das Buch heißt „Der geplante Tod“.
Bacque behauptete:
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Die Amerikaner hätten bewusst Essen, Wasser und Medizin zurückgehalten.
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Hilfsorganisationen seien absichtlich ferngehalten worden.
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Mehr als 800.000, vielleicht sogar über eine Million deutsche Soldaten seien gestorben.
Dieses Buch wurde oft verkauft und wird bis heute in rechten Kreisen genutzt.
Warum diese Behauptungen nicht stimmen
Bacque arbeitete unwissenschaftlich.
Er machte mehrere Fehler:
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Er wählte nur Quellen aus, die zu seiner Meinung passten.
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Er deutete Zahlen falsch.
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Er ließ wichtige Zusammenhänge weg.
Zum Beispiel:
In amerikanischen Listen taucht der Begriff „other losses“ auf.
Bacque behauptete, damit seien heimlich Tote gemeint.
Das ist falsch.
„Other losses“ bedeutet:
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vorzeitig entlassene Gefangene
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verlegte Gefangene
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geflohene Gefangene
Die wirkliche Lage 1945
Europa war 1945 stark zerstört:
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Städte lagen in Trümmern
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Es gab kaum Nahrung
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Straßen und Eisenbahnen waren kaputt
Die Alliierten mussten versorgen:
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befreite Zivilisten
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Millionen Flüchtlinge
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ihre eigenen Soldaten
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deutsche Kriegsgefangene
Es gab für alle zu wenig.
Eine bessere Versorgung nur für deutsche Soldaten war nicht möglich und nicht gewollt.
Warum es die Lager gab
Die Zahl der Gefangenen war viel höher als erwartet:
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Anfang 1945: etwa 300.000
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Sommer 1945: über 3 Millionen
Ein Transport in andere Länder war nicht machbar.
Deshalb richteten die Amerikaner etwa 20 provisorische Lager am Rhein ein.
Sie sollten verhindern, dass deutsche Soldaten wieder kämpfen.
Wie waren die Bedingungen?
Die Lager waren einfach:
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Stacheldraht
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Wachtürme
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kaum feste Unterkünfte
Viele Gefangene schliefen im Freien.
Es gab:
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wenig Nahrung
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schlechte Hygiene
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wenig medizinische Versorgung
Das war hart und belastend.
Aber:
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Trinkwasser wurde gereinigt
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Seuchen wurden verhindert
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Kranke wurden behandelt
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ab Sommer 1945 wurde die Versorgung besser
Gab es Gewalt?
Es gab einzelne Übergriffe durch Wachpersonal.
Manchmal auch Machtmissbrauch.
Diese Taten sind dokumentiert und falsch.
Aber:
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sie waren nicht geplant
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sie waren nicht systematisch
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es gab keinen Vernichtungsplan
Wie viele Menschen starben wirklich?
Seriöse Forschung kommt zu diesem Ergebnis:
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8.000 bis 40.000 Tote in allen Rheinwiesenlagern zusammen
Die meisten starben:
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an Hunger
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an Krankheit
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an Erschöpfung
Das war tragisch, aber keine gezielte Tötung.
Übergabe an Frankreich
Ab Juli 1945 übernahmen die Franzosen einige Lager.
Die Versorgung dort war schlechter.
Frankreich war selbst stark zerstört.
Bis September 1945 wurden fast alle Lager geschlossen.
Die letzten Gefangenen kamen bis 1948 frei.
Warum hält sich der Mythos trotzdem?
Das Buch von Bacque:
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spricht von Geheimnissen
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behauptet Vertuschung
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gibt den Alliierten die Schuld
Das gefällt Menschen, die:
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deutsche Schuld relativieren wollen
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die Nazis mit den Alliierten gleichsetzen wollen
Manchmal wird sogar von sechs Millionen Toten gesprochen.
Diese Zahl ist bewusst gewählt, um den Holocaust zu relativieren.
Fazit
Die Rheinwiesenlager waren:
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hart
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chaotisch
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schlecht organisiert
Aber sie waren:
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keine Vernichtungslager
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kein geplanter Massenmord
Der Mythos vom „geplanten Tod“ ist:
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historisch falsch
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wissenschaftlich widerlegt
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politisch motiviert
Er dient dazu, Geschichte zu verfälschen und Schuld umzudrehen.