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Wie die AfD den deutschen Überfall auf Polen verdreht

Dies ist ein Text in leicht verständlicher Sprache.

Manche Politiker der AfD erzählen falsche Geschichten über den Beginn des Zweiten Weltkriegs. Sie behaupten, Deutschland habe Polen 1939 nicht angegriffen.
Stattdessen sagen sie: Polen habe den Krieg provoziert oder sogar selbst begonnen. Sie behaupten sogar, Polen habe einen "Völkermord an den Deutschen" begangen. Beides stimmt nicht.

Wiener Ausgabe der Parteizeitung "Völkischer Beobachter" vom 1. September 1939. Die Propaganda bemühte u.a. den "16 Punkteplan", um das NS-Regime als deeskalierenden Verhandlungspartner darzustellen. Faktisch wurde der Plan der polnischen Seite erst am Abend des 1. September 1939 vorgelegt, nachdem der Überfall in vollem Gange war.
Wiener Ausgabe der Parteizeitung „Völkischer Beobachter“ vom 1. September 1939. Die Zeitung machte Propaganda für das NS-Regime. Sie zeigte den sogenannten „16-Punkte-Plan“. Damit sollte das NS-Regime friedlich wirken. In Wirklichkeit war das nicht so. Deutschland griff Polen an. Der „16-Punkte-Plan“ wurde Polen erst am Abend gezeigt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Angriff schon begonnen. ©https://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vob&datum=19390901&seite=1&zoom=33, aufgerufen am 10.12.2025

Die Behauptung vom „Völkermord an Deutschen“

Polen hatte nach dem Ersten Weltkrieg viele Minderheiten, auch viele Deutsche.
Die polnische Regierung behandelte die deutsche Minderheit oft schlecht:

  • Deutsche Schulen wurden geschlossen.

  • Viele Deutsche verloren ihre Arbeit im Staatsdienst.

  • Viele verließen das Land.

Das war Unrecht.
Aber: Es war kein Völkermord.

Es gab keine systematischen Morde an Deutschen.
Es gab keinen Plan zur Vernichtung der deutschen Bevölkerung.

Die Behauptung vom „Völkermord“ soll Polen und das NS-Regime moralisch gleichsetzen.
Das hält einer Prüfung nicht stand.

Was Deutschland in Polen tat

Nach dem deutschen Angriff 1939 begann sofort extreme Gewalt:

  • Zehntausende polnische Intellektuelle wurden gezielt ermordet.

  • Hunderttausende Menschen wurden enteignet und vertrieben.

  • Millionen Polen wurden zur Zwangsarbeit verschleppt.

  • Jüdinnen und Juden wurden in Ghettos gepfercht und später ermordet.

Polnische Kultur wurde verboten.
Schulen, Zeitungen und Vereine wurden geschlossen.

Das war gezielte Unterdrückung, Versklavung und Massenmord.
Das ist nicht mit der polnischen Minderheitenpolitik vergleichbar.

SS-Truppen führen Pol:innen in einen Wald in der Nähe von Witaniow, wo sie erschossen wurden. Das Foto stammt wahrscheinlich aus dem Oktober oder November 1939.
SS-Truppen führen Pol:innen in einen Wald in der Nähe von Witaniow, wo sie erschossen wurden. Das Foto stammt wahrscheinlich aus dem Oktober oder November 1939. ©https://encyclopedia.ushmm.org/content/de/photo/ss-troops-lead-a-group-of-poles-into-a-forest-for-execution, aufgerufen am 10.12.2025.

Polen als angeblicher Aggressor

Revisionisten behaupten auch:

  • Polen habe große Eroberungspläne gehabt.

  • Polen habe Deutschland bedroht.

  • Polen habe den Krieg provoziert.

Als Beweis werden einzelne radikale Stimmen aus Polen genannt.
Diese Personen hatten aber keine politische Macht.

Die polnische Regierung wollte vor allem eines:
Abstand zu Deutschland und zur Sowjetunion halten.

Polen hatte Angst, erneut geteilt zu werden – wie schon mehrmals zuvor.

Der Streit um Danzig

Ein weiteres Argument lautet:
Der Krieg sei wegen Danzig ausgebrochen.

Das stimmt nicht.

Hitler sagte selbst:
Es gehe nicht um Danzig, sondern um den Angriff auf Polen.

Der Angriff war lange geplant.
Danzig war nur ein Vorwand.

Ausgabe der NS-Propagandazeitung Völkischer Beobachter vom 25. Juli 1939, einen Tag nach dem die deutsche Seite das britische Angebot ausgeschlagen hatte. Der Leitartikel stammt vom Danziger Gauleiter Albert Froster.
Der "Völkische Beobachter" berichtete 1939 nahezu täglich über angebliche polnische Unterdrückung von Deutschen. Auch Vorfälle in Danzig übertrieb die Zeitung. So wurde der Angriff auf Polen vorbereitet. Das war Propaganda. ©https://alex.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=vob&datum=19390725&seite=1&zoom=33, aufgerufen am 10.12.2025

Der Mythos vom „beiderseitigen Krieg“

Manche behaupten:
Deutschland und Polen hätten sich gleichberechtigt auf einen Krieg vorbereitet.

Auch das ist falsch.

Deutschland griff Polen an.
Polen verteidigte sich.

Kurz vor Kriegsbeginn stellte Deutschland nochmal Forderungen, die Polen nie annehmen konnte. Diese Forderungen hießen "14 Punkte Plan". Sie wurden Polen erst vorgelegt, als der Angriff schon lief.

Ziel der Geschichtsverfälschung

Diese falschen Darstellungen haben ein Ziel:

  • Die Schuld Deutschlands am Zweiten Weltkrieg relativieren.

  • Täter und Opfer gleichsetzen.

  • Deutschland als eigentliches Opfer darstellen.

Diese Argumente sind nicht neu.
Sie stammen aus einer langen Tradition rechtsextremer Geschichtsfälschung.

Fazit

Die Verantwortung Deutschlands für den Zweiten Weltkrieg ist eindeutig belegt.
Sie ist Ergebnis jahrzehntelanger internationaler Forschung.

Behauptungen über einen „Völkermord an Deutschen“ in Polen sind:

  • historisch falsch

  • politisch motiviert

  • ein Versuch der Schuldumkehr

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