Berit Koe stellt in ihrem Vortrag "(Ein-) Blicke in die Ewigkeit. Zur Herkunftsgeschichte eines rechtsextremen Mythos (1945-1800)" den "Mythos der Ewigkeit" als zentrales ideologisches Strukturprinzip rechtsextremer Weltbilder vor. Anhand aktueller Beispiele und historischer NS-Quellen zeigt sie, wie die Berufung auf vermeintlich "ewige" Wahrheiten – vom "reinen Volk" über "deutsche Kultur" bis zum "Heldentod" – politische Konstruktionen in unveränderliche Naturgegebenheiten umdeutet. Dabei wird ein fundamentales Paradoxon deutlich: Der angestrebte Idealzustand darf niemals erreicht werden, da die Ideologie sonst ihre Daseinsberechtigung verlieren würde. Die metaphysische Aufladung macht rechtsextreme Argumentationen immun gegen rationale Kritik und legitimiert permanente Gewalt gegen immer neue "Feindbilder".
(Ein-)Blicke in die Ewigkeit. Zur Herkunftsgeschichte eines rechtsextremen Mythos (1945-1800)
04.02.2026, 18:15‒20:00 Uhr
Vortrag
Seminarraum der Zwätzengasse 4, Jena
Zeitgeschichtliches Kolloquium