Woher kommen die Mythen?
Ein Teil dieser Geschichten stammt aus der NS-Propaganda.
Joseph Goebbels und sein Ministerium verbreiteten schon 1945 über ausländische Medien falsche Zahlen über die Bombardierung. Sie wollten Dresden als unschuldige Stadt darstellen.
Später verbreitete auch die DDR falsche Opferzahlen.
In den 2000er Jahren verbreitete die rechtsextreme NPD den Begriff „Bombenholocaust“, um die Bombardierung Dresdens mit dem Holocaust an den Juden gleichzusetzen.
Heute greifen vor allem rechte Parteien wie die AfD das Thema auf.
Die Stadt Dresden im Krieg
Dresden war nicht unbedeutend:
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Wichtiger Verkehrsknotenpunkt: Bahnen führten nach Berlin, Leipzig und Wien.
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Große Garnisonsstadt mit vielen Soldaten.
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Luftkriegsschule im Stadtteil Klotzsche.
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Ab 1940 produzierten bis zu 240 Unternehmen Rüstungsgüter.
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Viele Betriebe setzten Zwangsarbeiter ein, auch aus Konzentrationslagern.
Die Stadt war also militärisch relevant, nicht nur eine Kulturstadt.
Die Angriffe im Februar 1945
Zwischen dem 13. und 15. Februar griffen alliierte Bomber Dresden an.
Viele Menschen flohen, andere suchten Schutz in Luftschutzbunkern.
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Bunker waren oft nur für „deutsche Volksgenossen“ geöffnet.
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Juden, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene mussten draußen bleiben.
Es gab drei Angriffswellen, die viele Gebäude zerstörten.
Mythen über die Opferzahlen
Rechte Gruppen behaupten oft:
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300.000 Menschen seien gestorben.
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Viele Flüchtlinge seien nicht gezählt worden.
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Feuer hätten Menschen „restlos“ verbrannt.
Fakten dagegen:
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Historische Untersuchungen bestätigen etwa 25.000 Tote.
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Die meisten Opfer wurden gezählt und bestattet.
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Die Feuerhölle hätte niemals alle Menschen verbrennen können.
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Flüchtlinge wurden in Statistiken berücksichtigt.
Mythen über die Kriegsführung
Manche Augenzeugen berichteten von Tieffliegerangriffen auf Menschen oder vom Einsatz von Phosphorbomben.
Fakten dagegen:
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Tiefflüge unter den Bombern waren sehr gefährlich und praktisch unmöglich.
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Phosphorbomben wurden nicht eingesetzt.
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Berichte über solche Angriffe lassen sich wahrscheinlich durch Luftkämpfe oder Explosionen erklären.
Erinnerung und politische Nutzung
Nach 1945 wurde die Erinnerung an Dresden politisch genutzt:
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In der DDR wurde die Zahl der Toten auf 35.000 erhöht.
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Die Darstellung Dresdens als unschuldige Kulturstadt passte in das Bild: „Die Alliierten waren schuld, die Deutschen Opfer.“
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In den 1990er Jahren nutzten Neonazis alte Propaganda für Aufmärsche.
Heute versucht die Stadt Dresden, differenziert zu gedenken:
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Opfer der Bombardierung werden erinnert.
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Gleichzeitig wird an die nationalsozialistischen Verbrechen und den Vernichtungskrieg erinnert.
Fazit
Die Bombardierung sollte die deutsche Kampfmoral brechen.
Die Opferzahl war etwa 25.000, nicht Hunderttausende.
Viele Mythen stammen aus NS-Propaganda oder werden heute von rechten Gruppen verbreitet.