„Windkraftmonster“ und „Entweihung“
Am 20. Mai 2026 veröffentlichten Götz Frömming und Matthias Helferich eine Erklärung, in der sie die Aufgabe der Windkraftpläne forderten. Zugleich wandten sie sich nach eigenen Angaben mit einem offenen Brief an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Frömming bezeichnete die geplanten Anlagen als „Windkraftmonster“ und ihren Bau als „ungeheuerliche[n] ästhetische[n] und kulturelle[n] Frevel“. Das Denkmal sei „Teil unserer nationalen Identität“ und dürfe der „ohnehin gescheiterten“ Energiewende nicht „geopfert“ werden. Helferich verlangte, Weimer müsse sich gemeinsam mit der AfD der „Entweihung und Verschandelung dieses deutschen Erinnerungsortes entgegenstellen“.1
Diese von den AfD-Politikern genutzten Wörter stammen aus einem religiösen Bedeutungsfeld: Entweiht werden kann, was zuvor als heilig gilt; ein Frevel verletzt etwas, das besonderer Achtung unterliegt. Im Zusammenhang mit dem Denkmal erklären sie eine bestimmte Vorstellung nationaler Geschichte für unantastbar. Die geplanten Windräder erscheinen dadurch als Angriff auf die Gemeinschaft, die sich in diesem Ort wiedererkennen soll. Helferich verbindet diese Aufladung mit einem politischen Vertretungsanspruch: Neben einigen lokalen Initiativen seien es allein AfD-Akteur:innen, die sich für das Denkmal einsetzten. Die Partei weist sich damit die Rolle der Bewahrerin des nationalen Erbes zu. Tatsächlich sollen die geplanten Windkraftanlagen rund neun Kilometer vom Hermannsdenkmal entfernt entstehen. Ein bereits vorhandener Sendemast in unmittelbarer Nähe, der die Hermannfigur deutlich überragt, spielt in der Argumentation hingegen keine vergleichbare Rolle. Die vermeintliche Bedrohung des Denkmals ergibt sich also nicht allein aus der Veränderung des Landschaftsbildes: Erst die politische Deutung der Windräder als Sinnbild einer abgelehnten Energiewende macht aus dem Bauvorhaben einen Angriff auf das nationale Erbe.2 Die vom Deutschlandkurier verbreitete Bildmontage übersetzt diesen Anspruch in ein Bedrohungsszenario: Hinter den groß im Vordergrund abgebildeten Frömming und Helferich stehen das Hermannsdenkmal und Windräder unter einem düsteren Wolkenhimmel. Die beiden Politiker erscheinen vor dieser Kulisse als die angekündigten Beschützer.
Einen Monat später greift die Identitäre Bewegung diese Deutung auf. In ihrem Telegram-Post zur Besetzung übernimmt sie das Vokabular der Abgeordneten fast wörtlich: Der Windpark würde „diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füßen treten“. Den Konflikt erklärt sie zur „Schlacht“. Der Post verbindet dies mit Aussagen über bedrohte Vogelarten und schließt mit „Heimatschutz ist Umweltschutz!“. Natur- und Denkmalschutz werden so in eine völkische Erzählung eingeordnet, in der das Eigene gegen seine vermeintlichen Zerstörer verteidigt werden muss.
Für diese Erzählung ist Hermann entscheidend. Seine Figur liefert das Vorbild eines Kämpfers gegen Fremdherrschaft; das Denkmal macht den behaupteten Zusammenhang zwischen früherer und heutiger Bedrohung sichtbar. Dass sich ausgerechnet hier eine neue „Schlacht“ ausrufen lässt, hat eine lange Vorgeschichte. Sie beginnt mit der Verwandlung eines antiken Heerführers in einen deutschen Nationalhelden.
Der antike Heerführer Arminius wird zum ‚deutschen Ahnherrn Hermann‘
Im Jahr 9 n. Chr. schlug ein Bündnis germanischer Gruppen unter Führung des Cheruskers Arminius drei römische Legionen. Aus den antiken Berichten entwickelte sich Jahrhunderte später die Erzählung der Geburtsstunde Deutschlands: Ein angeblich geeintes Volk habe im Kampf gegen eine fremde Macht seine Freiheit verteidigt. Doch es gab zu Arminius’ Zeit weder eine deutsche Nation noch einen deutschen Staat, dessen Unabhängigkeit er hätte erkämpfen können. Zudem bildeten die germanischen Gruppen keine homogene Gemeinschaft, wie sie sich völkische Nationalisten später vorstellten. Vielmehr gingen sie wechselnde Bündnisse ein, bekämpften einander und standen teils in römischen Diensten, Arminius selbst eingeschlossen. Das ethnisch geschlossene Volk, das in diese Vergangenheit zurückprojiziert wird, ist eine rassistische Idealvorstellung: Es hat nie existiert und kann auch nicht existieren.
Dass Arminius als „Hermann“ bekannt wurde, war bereits Teil seiner späteren Aneignung. Nachdem die ersten Bücher der Annalen des Tacitus Anfang des 16. Jahrhunderts wiederentdeckt und 1515 gedruckt worden waren, machten Humanisten Arminius zum Vorkämpfer gegen Rom. Ulrich von Hutten stellte ihn in seinem Dialog Arminius (gedruckt 1529) als Befreier Germaniens dar, ein Bild, das sich im Konflikt mit dem Papsttum auch gegen das zeitgenössische Rom richten ließ. In diesem Umfeld kam die Eindeutschung zu „Hermann“ auf.3 Neue politische Bedeutung erhielt der Stoff in der Zeit der napoleonischen Kriege: Die Römer konnten nun für Frankreich stehen. Heinrich von Kleist übertrug ihn 1808 in seinem Drama Die Hermannsschlacht auf diesen zeitgenössischen Konflikt. Das Stück erschien jedoch erst 1821, nach den „Befreiungskriegen“ und zehn Jahre nach Kleists Tod. Seine breite Wirkung entfaltete es im Kaiserreich. Die antike Schlacht war damit zu einer Erzählung über die eigene Gegenwart geworden, die historischen Unterschiede verschwanden hinter der Vorstellung eines über Jahrhunderte fortgesetzten Freiheitskampfes.
Wie aus einem Mythos ein Denkmal wurde
Eine solche Ursprungserzählung brauchte einen Ort. Die Vorstellung, die Varusschlacht habe in der Gegend von Detmold stattgefunden, gab der nationalen Anfangsgeschichte eine landschaftliche Verankerung. So entwarf der Bildhauer Ernst von Bandel bereits 1819 ein monumentales Standbild für die Grotenburg bei Detmold. Den Ausschlag, das Denkmal hier zu errichten, gab die exponierte Lage als höchste Erhebung der waldreichen Umgebung – nicht ein Nachweis, dass dort gekämpft worden war. Denn umstritten war der Schauplatz schon lange vor den archäologischen Funden bei Kalkriese im Osnabrücker Land, die heute eher für einen rund hundert Kilometer entfernten Ort sprechen. Seit dem 19. Jahrhundert haben Wissenschaftler, lokalpatriotische Laienforscher und völkische Ideologen die Varusschlacht an annähernd 700 Orten lokalisiert.4
Nach der Grundsteinlegung im Jahr 1838 zog sich der Bau in Detmold über Jahrzehnte hin: Geld fehlte, politische Verhältnisse änderten sich, das Projekt stockte.5 Erst die Reichsgründung 1871 gab dem Detmolder Hermannsdenkmal den entscheidenden Auftrieb: Nun konnte ein gerade entstandener Nationalstaat den antiken Heerführer als seinen vermeintlichen Vorläufer feiern. Reichstag und Haus Hohenzollern unterstützten die Fertigstellung finanziell und im August 1875 wurde das Denkmal in Anwesenheit Wilhelms I. und zehntausender Besucher:innen eingeweiht.6 Die mehr als fünfzig Meter hohe Figur mit erhobenem Schwert und die Inschriften, die von Deutschlands Einheit und Macht sprechen, machten die Varusschlacht zur Vorgeschichte des Kaiserreichs. Ein militärischer Sieg wurde so zum Beweis einer angeblich fast zweitausendjährigen nationalen Kontinuität. Vor allem aber machte das Denkmal diese Deutung begehbar. Wer auf die Grotenburg kam, konnte die Aussicht genießen und sich zugleich an einem vermeintlichen Ursprungsort der Nation wähnen. Der Mythos erhielt eine Adresse. Darin liegt die politische Kraft solcher Orte: Durch Stein, Größe und Landschaft erscheint eine historische Behauptung als etwas Substanzielles. Das wirkte gerade deshalb, weil nationale Zugehörigkeit im 19. Jahrhundert keineswegs selbstverständlich war: Gemeinsame Besuche, Feiern und öffentliche Bekenntnisse, etwa bei Ausflügen von Schulklassen und Vereinen, sollten Einheit erfahrbar machen.
Das Hermannsdenkmal als völkische Bühne
Schon im Kaiserreich kamen antisemitische und völkische Organisationen am Denkmal zusammen. 1893 hielten die Antisemiten Deutschlands dort eine Zusammenkunft ab. Der Deutschbund, eine wichtige Organisation der völkischen Bewegung, veranstaltete seit 1895 wiederholt Treffen und Hermannsfeste in Detmold und am Denkmal. 1903 wurde auf der Grotenburg der Deutschreligiöse Bund gegründet.7 Diese Gruppen verbanden ihre Vorstellung eines „deutschen Volkes“ mit Abstammung und rassistischer Ausgrenzung. Die ‚germanische Vergangenheit‘ sollte diese Zugehörigkeit begründen und ihr den Anschein einer natürlichen Ordnung verleihen. Das Denkmal bot dafür einen wirksamen Rahmen: Wer dort zusammenkam, konnte sich als Teil einer langen Geschichte inszenieren, man imaginierte sich nicht als neue politische Bewegung mit bestimmten Interessen, sondern als Erbe eines vermeintlich uralten Kampfes. Der historische Ort bestätigte die Gemeinschaft, die ihn besuchte; die wiederholten Besuche bestätigten wiederum seine Bedeutung als völkischer Erinnerungsort. So entstand eine Tradition durch Praxis.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Hermann erneut als Befreier beschworen. Die Niederlage von 1918 und die breite Empörung über den Versailler Vertrag machten Erzählungen von Erniedrigung und Wiederauferstehung anschlussfähig. Als französische und belgische Truppen 1923 das Ruhrgebiet besetzten, ließ sich der alte Gegensatz zwischen einem bedrängten Deutschland und einer fremden Macht besonders leicht aktualisieren. Die radikale Rechte setzte ihre eigenen Ziele in eine weit über ihr Milieu hinaus verständliche Geschichte nationaler Kränkung ein. In der Weimarer Republik fanden zwischen 1920 und 1932 insgesamt 45 größere Kundgebungen nationaler, deutschnationaler und völkischer Vereinigungen auf der Grotenburg statt. Das fünfzigjährige Denkmaljubiläum 1925 brachte allein neun solcher Veranstaltungen. Beim sternförmig organisierten Hermannslauf der Deutschen Turnerschaft nahmen etwa 120.000 Menschen teil; an der Abschlusskundgebung beteiligten sich auch Mitglieder republikfeindlicher Verbände wie des Stahlhelm und des Jungdeutschen Ordens.8 Die Überschneidung von populärer Festkultur, Nationalismus und republikfeindlicher Politik verschaffte solchen Deutungen ein Publikum über die eigenen Verbände hinaus.
Der Hermann-Mythos im Nationalsozialismus
Bei der Reichstagswahl im November 1932 fiel die NSDAP von 37,4 Prozent im Juli auf 33,1 Prozent und verlor rund zwei Millionen Stimmen. Der Nimbus der unaufhaltsam wachsenden Bewegung war dahin, die Parteikasse leer. Im Dezember eskalierte zudem die Führungskrise: Gregor Strasser, nach Hitler der mächtigste Mann der Partei, trat von allen Parteiämtern zurück, nachdem Reichskanzler Kurt von Schleicher versucht hatte, ihn als Vizekanzler zu gewinnen und die NSDAP so zu spalten. Im In- und Ausland sprach man bereits vom Abstieg der Partei. Jede weitere Wahl musste damit zum Test werden, ob sich der Niedergang fortsetzte. Das machte die Landtagswahl im kleinen Freistaat Lippe am 15. Januar 1933 zum Politikum. Hitler und weitere Parteigrößen traten deshalb mehrfach im ‚Land des Hermann‘ auf – sie erklärten die Wahl zur „zweiten Schlacht im Teutoburger Wald“.9 Das Ergebnis von 39,5 Prozent präsentierte die Parteipropaganda als Beweis, dass die NSDAP ihre Krise überwunden hatte. Die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler gut zwei Wochen später war zwar das Ergebnis von Verhandlungen und Entscheidungen auf Reichsebene – die Wahl in Lippe lieferte aber im entscheidenden Moment einen propagandistisch verwertbaren Erfolg. Wie einst Hermann die Römer, so schien nun die NSDAP ihre Gegner zu schlagen.
Umso auffälliger ist, dass der Hermann-Mythos nach 1933 keine zentrale Rolle in der nationalsozialistischen Selbstdarstellung erhielt. Doch Hitler betrachtete die völkische Germanenschwärmerei mit Geringschätzung,10 und auch die antirömische Stoßrichtung des Stoffes ließ sich nur schwer mit der Annäherung an das faschistische Italien vereinbaren. Die politische Brauchbarkeit des Mythos hing also stets von der jeweiligen Gegenwart ab. Dieselbe Figur konnte einen erhofften Befreier, den Triumph eines gegründeten Reiches oder die Erwartung einer nationalen Wiederauferstehung verkörpern. Die Vorstellung eines bedrohten Volkes ließ sich dabei mit immer neuen Gegnern verbinden.
Eine neue „Schlacht“ am alten Denkmal
Genau diese Möglichkeit nutzt die Identitäre Bewegung. In ihrem Post zur Besetzung heißt es weiter: „Der Teutoburger Wald wird erneut zum Symbol: Diesmal ist es eine Schlacht beliebiger und kulturloser Politiker gegen ein verwurzeltes Volk, das seine Kulturzentren nicht zur Schändung freigibt.“ Zwischen der Schlacht im Jahr 9 und der Gegenwart wird so eine Verbindung hergestellt, die eine fortdauernde Gemeinschaft voraussetzt. Das Volk, das sie als „verwurzelt“ beschreiben, erscheint als Erbe jener Germanen, die einst gegen Rom kämpften. Eine historische Veränderung von Zugehörigkeiten und politischen Ordnungen kommt in dieser Erzählung kaum vor und die Rollen bleiben dieselben: das bedrohte Eigene, seine Angreifer und diejenigen, die es verteidigen. Verwurzelung bezeichnet hier die behauptete natürliche Verbindung einer Gemeinschaft mit ihrem Boden und ihrer Geschichte; wer das ‚Vorhaben Windpark‘ befürwortet, wird aus dieser Gemeinschaft herausgeschrieben, weil er durch die Errichtung der neben dem Denkmal weitaus höheren Windräder einen „Teil unserer nationalen Identität“ ‚entweihen‘ würde.11 Die Besetzer und die AfD-Politiker beanspruchen, für die eigentliche Gemeinschaft zu handeln. Damit verbinden sie eine Aussage über die Vergangenheit mit einem Anspruch auf politische Vertretung in der Gegenwart: Wer Hermann verteidigt, verteidigt das Volk. Der Begriff der Heimat hält dabei unterschiedliche Anliegen zusammen: Er kann etwa den vertrauten Ausflugsort, ein schützenswertes Ökosystem und/oder regionale Verbundenheit bezeichnen. Im begleitenden Text der Identitären wird er an ein bestimmtes Verständnis von Volk und Zugehörigkeit gebunden. Auch einige bei der Aktion getragene T-Shirts verweisen auf dieses politische Programm: Laut WDR-Bericht trugen sie den Aufdruck „Remigration“.12 Die Verteidigung eines Denkmals bietet hier einen Anlass, Vorstellungen ethnischer Zugehörigkeit öffentlich zu inszenieren und mit einem lokalen Konflikt um Windräder zu verbinden.
Einordnung
Die AfD-Erklärung vom Mai und die Aktion der Identitären im Juni zeigen zwei Formen, den Ort politisch zu beanspruchen. Die Abgeordneten treten als Bewahrer eines bedrohten Kulturerbes auf und verlangen die Unterstützung des Kulturstaatsministers. Die Identitären spielen die Verteidigung dieses Erbes am Denkmal selbst vor. Dabei wird eine bestimmte Deutung zur einzig angemessenen Beziehung zum Denkmal erklärt. Wer seine Umgebung verändern will, begeht in dieser Sprache „Frevel“, wer das politische Vorhaben unterstützt, wird zum „kulturlosen“ Angreifer. Über Sichtachsen, die Auswirkungen auf die Landschaft oder denkmalpflegerische Belange ließen sich konkrete Auseinandersetzungen führen, doch die Rede von der „Entweihung“ verschiebt deren Maßstab: Zur Entscheidung steht nun scheinbar, wer zur nationalen Gemeinschaft gehört und wer deren Erbe preisgibt.
An dieser Stelle hilft die Geschichte des Denkmals selbst weiter. Hermann wurde zu unterschiedlichen Zeiten mit unterschiedlichen Erwartungen versehen. Seine nationale Bedeutung entstand durch literarische Bearbeitung, die Errichtung eines Monumentes und politische Feiern. Sie ist das Ergebnis dieser Geschichte. Gerade ihre Rekonstruktion macht sichtbar, wie aus dem antiken Arminius ein deutscher Nationalheros gemacht wurde und wie Gruppen sich über ihn als Vertreter einer angeblich ursprünglichen Gemeinschaft legitimierten. Die Behauptung einer neuen Hermannsschlacht setzt diese Arbeit am Mythos fort. Aus der Vergangenheit wird ein Auftrag an die Gegenwart abgeleitet: Das Volk müsse sich erneut verteidigen. Das Hermannsdenkmal liefert AfD und Identitären die monumentale Gestalt, in der dieser Anspruch als uralte historische Aufgabe erscheinen kann.
[Autorin: Berit Kö]
[1] Götz Frömming & Matthias Helferich: AfD-Fraktion fordert Schutz des Hermannsdenkmals vor Windindustrieanlagen, in: Pressemitteilung der AfD-Bundestagsfraktion, 20. Mai 2026 (23.09.2026).
[2] Yannick Passeick: Denkmäler gegen Windmühlen. Wie die extreme Rechte versucht, nationalistische Monumente gegen Klimaschutz auszuspielen, in: Farn. Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz, dort datiert am 24. Juni 2026, URL: https://www.nf-farn.de/denkmaeler-gegen-windmuehlen (29.09.2026).
[3] Arnold Becker: Ulrichs von Hutten polemische Dialoge im Spannungsfeld von Humanismus und Politik, Göttingen 2013, S. 122–127.
[4] Uwe Puschner: „Hermann, der erste Deutsche“ oder: Germanenfürst mit politischem Auftrag. Der Arminius-Mythos im 19. und 20. Jahrhundert, in: Ernst Baltrusch u. a. (Hg.): 2000 Jahre Varusschlacht. Geschichte – Archäologie – Legenden (Topoi. Berlin Studies of the Ancient World 7), Berlin/Boston 2012, S. 257–285, hier S. 262.
[5] Einen monumentalen Ehrenplatz erhielt Arminius unterdessen an anderer Stelle: In der 1842 eröffneten Walhalla bei Regensburg, mit der der bayerische König Ludwig I. „rühmlich ausgezeichneten Teutschen“ ein Denkmal setzte, führt er als „Römerbesieger“ die Reihe der Geehrten an. Das nördliche Giebelfeld zeigt ihn im Zentrum der Varusschlacht, als Gegenstück zur Allegorie auf Deutschlands Befreiung von der napoleonischen Herrschaft im Südgiebel. Arminius wurde so zum ersten Glied einer Ahnenreihe, die eine Nation beglaubigen sollte, die als Staat noch gar nicht existierte (ebd., S. 257).
[6] Anne Roerkohl: Das Hermannsdenkmal, in: Westfalen im Bild, Reihe Kulturdenkmale in Westfalen, Heft 5, 1992.
[7] Puschner: „Hermann, der erste Deutsche“, S. 267 und 275.
[8] Ebd., S. 276.
[9] Dirk Mellies & Pawel Migdalski: Schlacht im Teutoburger Wald und Schlacht bei Cedynia. Schlachten als nationale Gründungsmythen, in: Hans Henning Hahn & Robert Traba (Hg): Deutsch-Polnische Erinnerungsorte, Bd. 3, Paderborn 2012, S. 108–127, hier S. 114.
[10] Ebd.
[11] Frömming & Helferich: AfD-Fraktion fordert Schutz des Hermannsdenkmals vor Windindustrieanlagen.
[12] Nach Besetzung vom Hermannsdenkmal: Einer der Besetzer arbeitet für die AfD, in: WDR, dort datiert am 9. Juli 2026, URL: https://www1.wdr.de/nrw/ostwestfalen-lippe/kreis-lippe/hermannsdenkmal-besetzung-mitarbeiter-afd-100.html (23.09.2026).